Regenbogenparade 2011

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Wien: Die 16. Regenbogenparade zog wieder über die Wiener Ringstrasse - diesmal war sie jedoch nicht 'verkehrt'.

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Die Regenbogenparade zog heute 'mit dem Strom', also nicht wie die letzten Jahre 'verkehrt (gegen die Fahrtrichtung) über die Ringstrasse. Buntere Trucks und mehr Besucher als die letzten Jahre sorgten für ausgelassene Stimmung.

Start war um 15:30 Uhr, als sich der Paradenzug aus 31 Trucks und Gruppen bei der Wiener Börse in Bewegung setzte. Erstmals galt es heuer für die Teilnehmer/-innen einen 'Gray Carpet' zu durchfahren. Einen für die Öffentlichkeit gesperrten Bereich, in dem eine Jury die Kreativität bewertete. Eine gute Idee, wenn sie auch leider zu einer Verzögerung führte. Der Preis für die beste Fussgruppe ging dann übrigens an den Löwenherz Bücherwagen (Startnummer 9), der für die beste kleinmotorisierte Gruppe an die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen-WASt (Startnummer 17) mit ihrer Forderung nach mehr Rechte für Regenbogenfamilien und der für den besten Truck an die Wiener Aidshilfe Wien (Startnummer 15) mit ihrer Warnung vor ungeschütztem Geschlechtsverkehr.

Angeführt wurde der Zug wieder von den Dykes On Bikes Austria und zwei Regenbogen-Paaren. Danach folgten - um den heuer gefeierten 100. Internationalen Frauentag Tribut zu zollen - das (leider bereits bei zu vielen Regenbogenparaden verwendete) Cabrio der Queer Business Women. Der Mercedes-Oldtimer wird wohl auch bald seine 16. Regenbogenparade feiern können. Sonst jedoch war der Zug heuer bunter und fröhlicher als die Jahre zuvor, und auch die Zahl der Teilnehmer und Zuschauer dürfte wieder höher gewesen sein. Eine offizielle Schätzung wollte jedoch weder Polizei noch Verfassungsschutz bekannt geben: "Schreibts was wollts", meinte der zuständige Einsatzleiter. "Eine seriöse Schätzung ist absolut nicht möglich." Die Hosi-Wien als Veranstalterin schätzte trotzdem: Auf 110.000 Teilnehmer und Zuschauer. Hier schien sich vor allem das hervorragende 'Paradenwetter' (nicht zu heiß, keine Sonne, aber auch - bis kurz vor Schluss - kein Regen) als auch die Vorverlegung der Regenbogenparade von Anfang Juli auf Mitte Juni positiv bemerkbar gemacht zu haben, auch wenn diese etliche Schwierigkeiten bei der Bewilligung verursachte. Immerhin ist derzeit in den Theatern und Konzertsälen rund um die Ringstrasse noch keine Sommerpause. Um die Konzertbesucher nicht bei ihrem Kunstgenuss zu stören, musste die Parade deshalb vor dem Wiener Musikverein rund eine halbe Stunde warten. Das störte jedoch bestenfalls entlang der Ringstrasse wartende Zuschauer, den zig-tausend tanzwütigen Paradenteilnehmer kam die zusätzliche halbe Stunde nur recht.

Zu irgendwelchen unvorhergesehenen Ereignissen kam es jedoch nicht: Pünktlich um 18:30 kamen die Wagen und Gruppen vor dem Wiener Parlament an. Viele hätten sich heuer wohl gewünscht, noch ein paar Mal den Ring überrunden zu können. Selbst der zum Schluss einsetzende starke Regen hätte die Tanzwütigen wohl nicht gebremst. Einziger Wermutstropfen bleibt somit heuer die großteils fehlenden Teilnehmer aus den österreichischen Bundesländern. Aber das ist wohl eher einem Fehler im Marketing als der Parade selbst zuzuschreiben. Sonst kann man ohne Übertreibung schreiben: Ein rundum gelungenes Event.

Einen Eindruck von der Regenbogenparade 2011 bekommst du mit dem Video in unserer Rubrik Eventvideos.

Einen gesonderten Bericht über das Pride-Village und die an die Regenbogenparade anschließende Celebration findest du in unserer Rubrik Eventberichte.

alle Bilder: © gaywien.at

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